Tag 50

Mittwoch, 14.9.

Nach der erschreckenden Entdeckung einer offenen Blase an meinem rechten Fuß, wurden die wunden Stellen so gut es ging versorgt und die Füße wieder in die Wanderschuhe gepackt.

Bald wurde mir aber klar, dass es mit den Lechtaler Alpen wohl heute zu Ende sein wird. Neben den Problemen an meinen Füßen, waren Konzentration und weitere physische Grundvoraussetzungen für dieses alpine Gelände zusehends am absteigenden Ast. Daher entschied ich mich bei der Ansbacher Hütte nach Flirsch abzusteigen.

Die fehlenden anderthalb Tagestouren von der Ansbacher Hütte bis nach Zürs werden hoffentlich nächstes Jahr nachgeholt.

Talschluss Parseier Tal

Im Langkar Richtung Grießlscharte

Aufstieg zur Grießlscharte 

Auf der Grießlscharte (2632 m)

Blick auf die Ansbacher Hütte inkl. Materialtransport per Heli

Distanz: 19,7 km

Höhenmeter hinauf/hinab: 1167/2268

Dauer: 5h59min

grüße stephan 

Tag 49

Dienstag, 13.9.

Einem gemütlichen Hüttenabend auf der Steinsee Hütte, folgte eine nicht minder angenehme Nacht im Matratzenlager. Dennoch plagten mich am nächsten Morgen Arge Nackenschmerzen. 

Nichtsdestotrotz ging es gegen 7:10 zuerst kurz in nördlicher Richtung, dann nach Westen langsam zum Gufelgras Joch (2382 m). Sowohl hinauf auf das Joch, als auch der Abstieg sind mit Seilversicherungen ausgestattet und sind nichts für Bergneulinge ohne Trittsicherheit. Im weiteren Verlauf querte ich die Roßkar Scharte – wie die letzten Tage – begleitet von strahlendem Sonnenschein. Der Wegverlauf drehte sich langsam gen Süden, wo er schließlich auf das Gebäude Joch traf. Auch hier war der Abstieg enorm steil und seilversichert. Der Ausblick vom Joch in Richtung Süden entschädigte für die ersten paar km.

Über den Hang unterhalb des Gebäud Spitze ging es vorbei an ‚Auf der Lacke‘ zum Württemberger Haus (2220 m). Nach der raschen Einnahme von zwei süßlichen Kaltgetränken machte ich mich auf den Weg zum zweiten Teil der heutigen Etappe.

Über Großberg Spitze (2657 m), Großberg Kopf (2612 m) und das Großberg Joch (2493 m) erreichte ich die Südseite der Seescharten Spitze (2705 m) und überstieg mit der Seescharte (2599 m) eine weitere grandiose Stelle die mir den Blick auf den Oberen und Mittleren Seewi See eröffnete.

Nach einem weiteren Abstieg vom ca. 300 hm umrundete ich den Unteren Seewi See und gelang zur Memminger Hütte (2242 m). So schön die Hütte liegt, so hoffnungsvoll überfüllt ist diese Schutzhütte auch. Bei strahlendem Sonnenschein kam auf der Terrasse ein wenig Àpres Ski Feeling auf. Grund dafür ist der in Deutschland allseits beliebte Wanderweg von München nach Venedig, der von Bergschulen (insbes. Oberstdorf) in geführten Gruppenwanderungen angeboten wird. Von den knapp 200 Gästen waren gefühlte 199 auf besagtem Weg unterwegs.

Sonnenaufgang auf der Steinsee Hütte 

Am Weg zum Gufelgras Joch

Zum Gufelgras Joch

Abstieg vom Joch

Blick vom Joch

Zwischen Gufelgras Joch und Gebäud Joch

Abstieg vom Gebäud Joch

Unweit vom Württemberger Haus

Beim Württemberger Haus 

Großberg Spitze

Am Großberg Kopf 

Am Großberg Kopf

Mittlerer Seewi See

Oberer Seewi See
Distanz: 20,5 km

Höhenmeter hinauf/hinab: 1452/1232

Dauer: 6h26min

grüße stephan 

Tag 48

Montag, 12.9.

Nach einer windigen und regenreichen Nacht auf der Anhalter Hütte, wurden die Wanderer mit einem grandiosen Sonnenaufgang begrüßt.

Zunächst führte der 01er an der Oberen Plotzig Alpe vorbei um oberhalb vom Steinkar in einem Rechtsbogen aufs Steinjöchl hinaufzuführen (2198 m). Der anschließende Abstieg brachte mich zum Hahntennjoch auf 1894 m, von wo aus dem Hahntenntal nach Pfafflar und Boden gefolgt wurde. Dabei wurde ich Zeuge eines Rinderabtriebes, die infolgedessen die komplette Straße vereinnahmten. Ein lustiges Spektakel. 

Von der bereits sonnendurchtränkten Ortschaft Boden ging es in das Angerletal hinein. Zunächst flach, später – bereits in der Sonne gelegen – war der erste Halt des heutigen Tages die Hanauer Hütte (1922 m). Nach einer ordentlichen Speckknödelsuppe machte ich mich durch das Ruhegebiet Muttekopf auf den Weg zur westlichen Dremelscharte. Auf der Scharte angekommen, konnte ich einen der bezauberndsten Blicke dieser Wanderung erleben. Der Steinsee, azurblau, circa 350 hm unter mir, Sonne.

Danach ging es per Seilversicherung, steil und auf sehr losem Untergrund hinab zum See. Nach einem weiteren Abstieg von 160 hm erreichte ich das heutige Tagesziel: die Steinseehütte (2061 m).

Am Weg zum Steinjöchl 

Letzte Stufen zum Steinjöchl 

Blick hinab zum Hahntennjoch 

Boden

Muh! 🐄

Im Angerletal mit Blick auf die Hanauer Hütte

Links die östliche, rechts die westliche Dremelscharte 

Dremelscharte in Sichtweite 

Steinsee

Abstieg von der Dremelscharte 

Blick zurück zur Dremelscharte 

Distanz: 20,6 km

Höhenmeter hinauf/hinab: 1385/1362

Dauer: 5h33min
grüße stephan

Tag 47

Nach einer erholsamen Nacht im Gästehaus ging es quer durch Nassereith und St. Wendelin zum Eingang in das Tegestal. Auf der revitalisierten Forststraße entlang vom Tegesbach erreichte ich bald das Schweinsteinjoch (1564 m) und kurz danach die Tarrentonalpe. Der Vorarlberger Senn war gerade dabei den Betrieb zu reinigen, da er am kommenden Montag bereits den Heimweg antritt. Bei einem erfrischenden Radler aus der Starkenberger Brauerei konnte ich die spätsommerliche Sonne genießen.

Durch den Lärchwald und entlang der 7,5 km langen und bis zu 2581 m hohen Heiterwand ging es bergan auf das Hinterberg Joch (2202 m). Über den anschließenden Kromsattel (2137 m) erreichte ich mit der Anhalter Hütte (2038 m) das heutige Tagesziel.

Nach dem Nassereither See

Hoch oben im Tegestal

Wahrscheinlich der beste Radler 

Nach der Tarrentonalpe mit Blick auf die Heiterwand 

Blick Richtung Hinterberg Joch 

Kurz vorm Joch – rechterhand die Heiterwand 

Am Joch


Blick vom Joch ins Faselfeiltal

Anhalter Hütte 

Glühen der Heiterwand

Sonnenuntergang 
Distanz: 23,3 km

Höhenmeter hinauf/hinab: 1378/215

Dauer: 5h33min

grüße stephan 

Tag 46

Auf in Richtung Lechtaler Alpen.

Am Samstag, 10.9., ging es von Wien nach Ehrwald, wo vor etwas mehr als zwei Wochen die letzte Tour endete. Über den Moosweg und durch das NSG Ehrwalder Becken erreichte ich Biberwier. Gen Westen wandernd passierte ich zunächst den Blindsee um über die Fernpassstraße die kleine Ortschaft Fernstein zu erreichen. Entlang der B179 kam ich bald nach Nassereith und erlebte in der Unterkunft ein grandioses Unwetter.

Zugspitze

Blindsee
Distanz: 18,5 km

Höhenmeter hinauf/hinab: 625/722

Dauer: 3h39min

grüße stephan 

Lechtaler Alpen

Trotz der weiterhin angenehmen Temperaturen, lässt sich das Näherkommen des Herbst nicht leugnen.

Und da in den Lechtaler Alpen die Hütten am 25.9. die Pforten bis zum nächsten Jahr schließen werde ich den – so habe ich vernommen – schönsten Abschnitt des Nordalpenweges in den kommenden Tagen absolvieren.

Morgen Samstag heißt es noch von Ehrwald nach Nassereith zu marschieren – wohl eine ganz angenehme Tour zum warm werden, nach zwei Wochen Pause. In den darauffolgenden Tagen werde ich mich die meiste Zeit über 2000 m befinden und auf feines Herbstwetter hoffen.

Am Donnerstag sollte ich dann im letzten Bundesland – Vorarlberg – aufschlagen. Daraufhin steht nochmal ein Erholungswochenende am Tapet um in der darauffolgenden Woche die Tour bis Bregenz abzuschließen.

Ich halte euch am Laufenden.

grüße stephan

Tag 45

Donnerstag, 25.8., Abreise für Christian. Das heißt eine kurze Tour steht am Programm. Wir entschieden uns für den Abstieg zur Pestkapelle, den Knappensteig und danach den Koatiger Weg entlang zur Jausenstation Seebenalm zu nehmen.

Wir stiegen zum Seebensee hinauf um danach den Abstieg über den Hohen Gang nach Ehrwald zu nehmen. Dieser erwies sich als äußerst steil mit zahlreichen tückischen und ausgesetzten Stellen.

Wir waren die einzigen die diesen Weg hinab gingen – zahlreiche Wanderer gingen an diesem Tag hinauf.

Wir erreichten Ehrwald rechtzeitig und traten beide die Reise nachhause an.

Shetland Pony und Rinder unterhalb der Hochfeldernalm 

Baby Yak mitten auf der sommerlichen Skipiste

Seebensee, Coburger Hütte und Vorderer Drachenkopf

Christian mit Blick Richtung Mieminger Kette

Abstieg im Hohen Gang

Distanz: 14,7 km

Höhenmeter hinauf/hinab: 380/1116

Dauer: 3h43min

grüße stephan