Tag 55 – Finale wien2bregenz

Bei strahlendem Sonnenschein startete der letzte Tag meiner Österreich – Durchquerung. Vorbei an den Bergstationen der Hochälpelebahnen erreichte ich bald das Bödele. Nach dem Natura 2000 Gebiet  Fohramoos wurde mir endgültig klar, dass ich dich Berge hinter mir gelassen habe.

Wenig spektakulär ging es über Rickatschwende und Fluh hinunter nach Schwarzach. Die letzten anderthalb Stunden folgte ich der Straße über Wolfurt und überquerte die Bregenzer Ache. Mit Blick auf den Kanzelfelsen wanderte ich um die Westseite des Gebhardsberg. Ich habe den Ortsteil Ölrain passiert, die Eisenbahngleise gequert und bin mit dem Blick auf Bodensee vor dem Festspielhaus von meiner Freundin Kathi empfangen worden.

Es endet nach 55 Wandertagen eine wunderbare Reise für mich! Es werden in den nächsten Tagen und Wochen noch ein paar Einträge folgen, die Rückblicke und Highlights abbilden werden.

Blick aufs Bödele 

New best friend

Kanzelfelsen

Zieleinlauf

Distanz: 21,8 km

Höhenmeter hinauf/hinab: 0/1065

Dauer: 4h11min

grüße stephan 

Tag 54

Freitag,23.9.

Bei mäßigem Sonnenschein und Wind, ging es am vorletzten Tag der Österreich-Durchquerung zunächst auf den Hohen Freschen und somit das letzte Mal  auf über 2000 m Seehöhe. Es folgte der letzte etwas fordernde Abschnitt der Wanderung vor meinem Ziel. Es ging über den Binnelgrat hinab zur gleichnamigen Alpe und weiter zu Ostflanke des Alpkopfes (1788 m).

In einem ständigen Auf und Ab folgte auf den Salzböden Kopf (1765 m) die grasbewachsene Mörzelspitze (1830 m). Vom Wind begleitet erreichte ich die Ostseite vom Leuenkopf und marschierte entlang des First hinab zur Obersehren Alpe (1519 m).

Nach einer gediegenen Jause und einem weiteren Abstieg, folgte ein letzter Anstieg zur Weißenfluh Alpe (1368 m). Begleitet von den neugierigen Blicken der hier noch weidenden Rinder durchquerte ich via Bregenzer Haus und Lustenauer Hütte ein Moorgebiet um so die Hochälpelehütte zu erreichen.

Hier wurde ich von der fröhlichen Wirtin Nicole empfangen, die mich in den kommenden Stunden ihrem hütteninternen Konvolut an Schnäpsen näherbrachte.

Am Weg zum Hohen Freschen 

Blick nach Osten am Einstieg zum Binnelgrat

Einstieg Binnelgrat

Im Binnelgrat, Blick Richtung Osten

Im Binnelgrat, Blick zurück zum Hohen Freschen 

Im Binnelgrat, Blick Richtung Westen mit Valors und Obersturm Alpe, im Hintergrund das Hörnle (1581 m)

Auf der Mörzelspitze, am rechten Bildrand die Bregenzer Ache

Hochälpelehütte 
Distanz: 24,4 km

Höhenmeter hinauf/hinab: 1115/1505

Dauer: 5h37min
grüße stephan 

wp-image-1922785276jpg.jpg

Tag 53

Donnerstag, 22.9.

Da der gestrige Nachmittag zum überwiegenden Teil auf Asphalt nach St. Gerold geführt hat, entschied ich mich am Vorabend dazu, am heutigen Donnerstag den Bus nach Damüls zu nehmen und nicht über weitere Asphaltbahnen und weiter über die Kreuzspitz Richtung Freschenhaus zu gehen.

Das erste Highlight des Tages war der Look des Busfahrers: er sah dem italienischen Schauspieler Adriano Celentano zum verwechseln ähnlich. (In „Gib dem Affen Zucker“ von 1981 spielt A.C. einen Busfahrer)

Während in Damüls der Großteil der Wanderer den Aufstieg per Uga-Sesselbahn begingen, machte ich mich per pedes auf den Weg Richtung Westen. Bis zur Ragaz Alpe (1682 m) führt ein Fahrweg, der sobald in einen Wanderweg übergeht. Schon bald wurde das Sünser Joch erreicht, das einen großartigen Blick auf den Sünser See, sowie auf die Schesaplana (2965 m) und den Zimba (2643 m) eröffnete. Nach einer kurzen Stärkung führte mein Weg hinab zur Süns Alpe und weiter zur Hintermellen Alpe. Hier im NSG Hohe Kugel – Hoher Freschen – Mellental, habe ich stundenlang keine Menschenseele gesehen und konnte die unglaubliche Stille genießen.

Im Dös war ich schließlich am tiefsten Punkt des heutigen Tages mit 1302 m angekommen. Um mein heutiges Ziel – das Freschenhaus – zu erreichen waren nochmal etwa 600hm zu überwinden. Zunächst durch Wald und darauf folgend unterhalb der Riesenspitze gelangte ich an die Südflanke des seltsam wirkenden Schusterstuhl (1971 m). Hier traf ich wieder auf den Originalweg des 01era und erreichte nach wenigen Minuten das Freschenhaus.

Für das leibliche Wohl wird gesorgt.

s’Flascherl war fast leer.

🍻

Kurz vor dem Sünser Joch, Blick zurück nach Osten

Sünser See

Vordermellen Alpe und Hintermellen Alpe 

Der Schusterstuhl 

Gegenüber vom Schusterstuhl 

Blick Richtung Osten – im Vordergrund der Höhe Kasten, vom Nebel verdeckt Alpstein mit Säntis

Selbe Richtung

😁

Distanz: 17,8 km

Höhenmeter hinauf/hinab: 1248/779

Dauer: 4h27min

Tag 52

Mittwoch, 21.9.

Der Morgen auf der Freiburger Hütte brachte dasselbe Sauwetter wie der vorangegangene Abend: Nebel und Kälte. Die Stimmung dieses Anblickes änderte sich bei mir schlagartig nachdem ich das morgendliche Selbstbedienungsbuffet erblickte. Aber für 13 Euro darf man sich auch einiges erwarten.

Bereits ein paar Tage zuvor habe ich mich für eine persönliche Variante der heutigen Tour entschieden. Nach der west-Umrundung des Formarin Sees, schlug ich nicht die Original – Route in Richtung Biberacher Hütte ein, sondern ging nach Westen. Der Weg führte mich unterhalb der Roten Wand (2704 m) hinauf In die Eng. Bekannt ist die Rote Wand deshalb, da sie an der europäischen Wasserscheide liegt. D.h.: fällt ein Regentropfen nördlich des Gipfels, so wird dieser über den Rhein in die Nordsee entwässert. Fällt ein Tropfen jedoch südlich des Gipfels, so landet dieser über die Donau im Schwarzen Meer.

Bei anhaltendem nebligen, aber glücklicherweise trockenem Wetter, erreichte ich die Laguz Alpe (1584 m), wo die letzten Bauarbeiten der Saison unter Dach und Fach gebracht wurden. Es folgte mit dem Abstieg durch den Fuchswald – bedingt auch durch den dichten Nebel – einer der für mich beeindruckendsten Teilabschnitt meiner Wanderung. Dichte Nadelwälder, Mischwälder, Wasserfälle und alte Almen säumten diesen Weg.

Weiter über Marul, erreichte ich Raggal, womit ich mich bereits mitten im Großen Walsertal befand. Ein weiteres Mal ging es hinab, diesmal zum Speicher Raggal, der tiefste Punkt des heutigen Tages. Unterhalb von Blons gelangte ich nach St. Gerold wo ich die Nacht verbrachte.

In der Eng

Laguz Alpe

Laguz Alpe

Im Fuchswald

Im Fuchswald 

Im Fuchswald 

Im Fuchswald 

Speicher Raggal

Distanz: 30,4 km

Höhenmeter hinauf/hinab: 876/1863

Dauer: 6h31min

grüße stephan 

Tag 51

Dienstag, 20.9. – ich starte in die letzten Tage.

Zürs, 8:38 – gefühlte 3 Grad. Jetzt verstehe ich auch warum dir Bauarbeiter dorfeingangs mit ‚Pudlhaum‘ und Winterjacke unterwegs waren. Ich bin mit meiner kurzen Wanderhose durchaus aufgefallen.

Nach einer kurzen Aufwärmphase die mich gleich knapp 400 hm hinauf führte, befand ich mich mitten im riesigen Arlberg Skigebiet. Schon vor dem Zürser See musste ich mich aber meines langen Oberkleides entledigen, es war zu warm.

Die Revisionsarbeiten an den Bergbahnen waren in vollem Gange und ich überquerte bei strahlendem Sonnenschein eine kleine Hochebene. Es dauerte jedoch nicht lange und es begann von Südwesten her rasch zuzuziehen. Ich legte ein klein wenig an Tempo zu und konnte von der Ferne bald den Spuller See und die Ravensburger Hütte sehen. Hier gab es erstmal eine stärkende Kaspressknedelsuppe geben. Fazit: net schlecht, aber meine KPK san besser. 

Es folgte der Weg, der an der Nordwestseite des Spuller Sees vorbeiführte und unterhalb der Plattnitzer Jochspitze in den Anstieg zum Gehrengrat führte.

Bei immer dichter werdender Nebeldecke ging es immer weiter nach oben. Auf 2439 m wurde der heute höchste Punkt erreicht. Über das Steinerne Meer – das seinem Namen aller Ehre macht – wurde bei novemberartigen Nebelschwaden das heutige Ziel, die Freiburger Hütte, erreicht.

Blick auf Zürs

Zürser See mit verwirrender Spiegelung

Spuller See

Am Gehrengrat

Typisfhes Bild im Steinernen Meer

Herbstblick auf die Freiburger Hütte 
Distanz: 25,1 km

Höhenmeter hinauf/hinab: 1731/1531

Dauer: 6h54min

grüße stephan 

Tag 50

Mittwoch, 14.9.

Nach der erschreckenden Entdeckung einer offenen Blase an meinem rechten Fuß, wurden die wunden Stellen so gut es ging versorgt und die Füße wieder in die Wanderschuhe gepackt.

Bald wurde mir aber klar, dass es mit den Lechtaler Alpen wohl heute zu Ende sein wird. Neben den Problemen an meinen Füßen, waren Konzentration und weitere physische Grundvoraussetzungen für dieses alpine Gelände zusehends am absteigenden Ast. Daher entschied ich mich bei der Ansbacher Hütte nach Flirsch abzusteigen.

Die fehlenden anderthalb Tagestouren von der Ansbacher Hütte bis nach Zürs werden hoffentlich nächstes Jahr nachgeholt.

Talschluss Parseier Tal

Im Langkar Richtung Grießlscharte

Aufstieg zur Grießlscharte 

Auf der Grießlscharte (2632 m)

Blick auf die Ansbacher Hütte inkl. Materialtransport per Heli

Distanz: 19,7 km

Höhenmeter hinauf/hinab: 1167/2268

Dauer: 5h59min

grüße stephan 

Tag 49

Dienstag, 13.9.

Einem gemütlichen Hüttenabend auf der Steinsee Hütte, folgte eine nicht minder angenehme Nacht im Matratzenlager. Dennoch plagten mich am nächsten Morgen Arge Nackenschmerzen. 

Nichtsdestotrotz ging es gegen 7:10 zuerst kurz in nördlicher Richtung, dann nach Westen langsam zum Gufelgras Joch (2382 m). Sowohl hinauf auf das Joch, als auch der Abstieg sind mit Seilversicherungen ausgestattet und sind nichts für Bergneulinge ohne Trittsicherheit. Im weiteren Verlauf querte ich die Roßkar Scharte – wie die letzten Tage – begleitet von strahlendem Sonnenschein. Der Wegverlauf drehte sich langsam gen Süden, wo er schließlich auf das Gebäude Joch traf. Auch hier war der Abstieg enorm steil und seilversichert. Der Ausblick vom Joch in Richtung Süden entschädigte für die ersten paar km.

Über den Hang unterhalb des Gebäud Spitze ging es vorbei an ‚Auf der Lacke‘ zum Württemberger Haus (2220 m). Nach der raschen Einnahme von zwei süßlichen Kaltgetränken machte ich mich auf den Weg zum zweiten Teil der heutigen Etappe.

Über Großberg Spitze (2657 m), Großberg Kopf (2612 m) und das Großberg Joch (2493 m) erreichte ich die Südseite der Seescharten Spitze (2705 m) und überstieg mit der Seescharte (2599 m) eine weitere grandiose Stelle die mir den Blick auf den Oberen und Mittleren Seewi See eröffnete.

Nach einem weiteren Abstieg vom ca. 300 hm umrundete ich den Unteren Seewi See und gelang zur Memminger Hütte (2242 m). So schön die Hütte liegt, so hoffnungsvoll überfüllt ist diese Schutzhütte auch. Bei strahlendem Sonnenschein kam auf der Terrasse ein wenig Àpres Ski Feeling auf. Grund dafür ist der in Deutschland allseits beliebte Wanderweg von München nach Venedig, der von Bergschulen (insbes. Oberstdorf) in geführten Gruppenwanderungen angeboten wird. Von den knapp 200 Gästen waren gefühlte 199 auf besagtem Weg unterwegs.

Sonnenaufgang auf der Steinsee Hütte 

Am Weg zum Gufelgras Joch

Zum Gufelgras Joch

Abstieg vom Joch

Blick vom Joch

Zwischen Gufelgras Joch und Gebäud Joch

Abstieg vom Gebäud Joch

Unweit vom Württemberger Haus

Beim Württemberger Haus 

Großberg Spitze

Am Großberg Kopf 

Am Großberg Kopf

Mittlerer Seewi See

Oberer Seewi See
Distanz: 20,5 km

Höhenmeter hinauf/hinab: 1452/1232

Dauer: 6h26min

grüße stephan